Beobachten – und dann? Über die pädagogischen Möglichkeiten von Beobachtungsverfahren

Vom Wahrnehmen zum Verstehen
Beobachtungen analysieren und einordnen

 

Beobachtungsverfahren helfen uns, genauer und systematischer hinzusehen. Je nach Verfahren lenken sie die Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Aspekte kindlichen Handelns und kindlicher Entwicklung, fokussieren bestimmte Fragen oder erweitern den Blick auf Bereiche, die uns im Alltag vielleicht weniger aufgefallen wären. Auf diese Weise entsteht eine Fülle von Informationen über ein Kind. Doch was machen wir mit diesen Informationen?
Der Vortrag setzt dort an, wo die Beobachtung mit einem Verfahren zunächst zu einem Ergebnis geführt hat. Was fällt auf, wenn wir einzelne Beobachtungen miteinander in Beziehung setzen? Was überrascht oder passt vielleicht nicht zu unserem bisherigen Bild des Kindes? Wann zeigt ein Kind bestimmte Kompetenzen oder Verhaltensweisen – und wann nicht? Was interessiert und motiviert es? Und welche weiteren Fragen ergeben sich aus dem, was wir beobachtet haben?
Anhand anschaulicher Beispiele wird gezeigt, wie die mit Beobachtungsverfahren gewonnenen Informationen analysiert und eingeordnet werden können. Dabei geht es nicht darum, immer mehr Informationen zu sammeln oder zusätzlich zu dokumentieren. Vielmehr können die Ergebnisse Ausgangspunkt sein, Zusammenhänge zu suchen, unterschiedliche Erklärungen in Betracht zu ziehen und gezielter weiter zu beobachten. So entstehen aus Antworten neue Fragen – und aus Beobachtungen nach und nach ein differenzierteres Verständnis des Kindes.
Denn Verstehen kann auch heißen, neugierig auf die nächste Frage zu werden.

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