Ankündigung – kostenlose Online-Vortragsreihe: „Beobachten – und dann? Über die pädagogischen Möglichkeiten von Beobachtungsverfahren“ (Beginn am 15.09.2026)

Online-Vortragsreihe: „Beobachten – und dann?
Über die pädagogischen Möglichkeiten von Beobachtungsverfahren“

 

Beobachtungsverfahren gehören zum pädagogischen Alltag in Kindertageseinrichtungen. Sie helfen dabei, genauer hinzusehen und Informationen über Kompetenzen, Interessen und Entwicklung von Kindern zu gewinnen. Häufig bilden diese Informationen eine wichtige Grundlage für Entwicklungsgespräche mit Eltern. Doch Beobachtungsverfahren bieten darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten für die pädagogische Arbeit.

 

Die beiden Vorträge knüpfen an die vorangegangenen Beiträge zur Auswahl und Anwendung von Beobachtungsverfahren sowie zur entwicklungsangemessenen Anregung mit Kuno Bellers Entwicklungstabelle an.
Diesmal geht es darum, die gewonnenen Beobachtungen genauer zu betrachten und pädagogisch weiter zu denken: Was lässt sich aus ihnen über das Kind und sein Handeln verstehen? Und welche Gestaltungsspielräume im pädagogischen Alltag können dadurch sichtbar werden?
Die früheren Vorträge können weiterhin angesehen werden und bieten eine gute Vorbereitung; ihre Kenntnis ist aber keine Voraussetzung.

 

Referentin:
Dr. Simone Beller
Forschung & Fortbildung in der Kleinkindpädagogik

Teil 1: Vom Wahrnehmen zum Verstehen
Beobachtungen analysieren und einordnen

Wann: 15.09.26 um 16:00 Uhr

Beobachtungsverfahren helfen uns, genauer und systematischer hinzusehen. Je nach Verfahren lenken sie die Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Aspekte kindlichen Handelns und kindlicher Entwicklung, fokussieren bestimmte Fragen oder erweitern den Blick auf Bereiche, die uns im Alltag vielleicht weniger aufgefallen wären. Auf diese Weise entsteht eine Fülle von Informationen über ein Kind. Doch was machen wir mit diesen Informationen?
Der Vortrag setzt dort an, wo die Beobachtung mit einem Verfahren zunächst zu einem Ergebnis geführt hat. Was fällt auf, wenn wir einzelne Beobachtungen miteinander in Beziehung setzen? Was überrascht oder passt vielleicht nicht zu unserem bisherigen Bild des Kindes? Wann zeigt ein Kind bestimmte Kompetenzen oder Verhaltensweisen – und wann nicht? Was interessiert und motiviert es? Und welche weiteren Fragen ergeben sich aus dem, was wir beobachtet haben?
Anhand anschaulicher Beispiele wird gezeigt, wie die mit Beobachtungsverfahren gewonnenen Informationen analysiert und eingeordnet werden können. Dabei geht es nicht darum, immer mehr Informationen zu sammeln oder zusätzlich zu dokumentieren. Vielmehr können die Ergebnisse Ausgangspunkt sein, Zusammenhänge zu suchen, unterschiedliche Erklärungen in Betracht zu ziehen und gezielter weiter zu beobachten. So entstehen aus Antworten neue Fragen – und aus Beobachtungen nach und nach ein differenzierteres Verständnis des Kindes.
Denn Verstehen kann auch heißen, neugierig auf die nächste Frage zu werden.

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Teil 2: Vom Verstehen zum Verändern
Gestaltungsspielräume erkennen und nutzen

Wann: 22.09.2026 um 16:00 Uhr

Kinder lernen und entwickeln sich in der Auseinandersetzung mit ihrer sozialen und materiellen Umwelt. Pädagogische Fachkräfte beobachten diesen Prozess nicht nur – sie gestalten die Bedingungen, unter denen Kinder Erfahrungen machen, Interessen verfolgen und ihre Kompetenzen weiterentwickeln können.
Der Vortrag richtet den Blick auf die Gestaltungsspielräume im pädagogischen Alltag. Was erfahren wir aus unseren Beobachtungen über das Zusammenspiel von Kind und Umwelt? Welche Rolle spielen dabei andere Kinder, Räume und Materialien, Zeit und Tagesablauf – und das eigene pädagogische Verhalten? Und welche Möglichkeiten ergeben sich daraus, Situationen und Erfahrungsräume für Kinder zu gestalten?
Dabei muss nicht von Anfang an feststehen, was „richtig“ ist. Beobachtungen können zu Vermutungen und neuen Ideen führen, die klein schrittig ausprobiert und weiter beobachtet werden. Was verändert sich? Was überrascht? Was möchten wir beibehalten oder noch einmal anders versuchen? So wird Beobachten zu einem fortlaufenden und spannenden Prozess des Verstehens und Gestaltens, in dem auch kleine Veränderungen neue Einsichten und neue Möglichkeiten eröffnen können.

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